Anklage wegen eines lebensgefährlichen Messerstichs nach Konsum von Wodka und Whiskey

Auf meine Presseerklärung vom 18.03.2020 nehme ich zunächst Bezug:

 

„Am Samstagabend erlitt ein 26-jähriger Mann einen Messerstich in die Brust, verlor das Bewusstsein und musste im Krankenhaus notoperiert werden. Er ist auf dem Weg der Genesung. Im dringenden Verdacht, ihm den Stich beigebracht zu haben, steht ein 42-jähriger Mann, der mit seiner Familie und mit dem Geschädigten in derselben Wohnung wohnte. In dieser Wohnung soll es am Samstagabend zu einem verbalen Streit und dann zu dem Messerstich gekommen sein. Das Motiv ist unklar. Das mutmaßliche Tatmesser, ein Küchenmesser mit 20 cm Klingenlänge, wurde sichergestellt. Nach den bisherigen Feststellungen war der 42-Jährige alkoholisiert. Nach dem Messerstich alarmierte er selbst den Notarzt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern erließ der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Kaiserslautern am Sonntag Haftbefehl gegen den 42-Jährigen wegen Fluchtgefahr. In rechtlicher Hinsicht wird ihm gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Vor dem Ermittlungsrichter äußerte er sich nicht zur Sache, sondern machte von seinem Schweigerecht Gebrauch. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt verbracht.“

 

Die Ermittlungen sind abgeschlossen. Sie haben bestätigt, dass der 42-Jährige zum Tatzeitpunkt nach Konsum von Wodka und Whiskey alkoholisiert war und dass er nach der Tat dem Geschädigten half, insbesondere ihm einen Verband anlegte und den Krankenwagen rief. Das Motiv der Tat ist unklar geblieben. Der Geschädigte war nach der Notoperation noch ca. 2 Wochen arbeitsunfähig.

 

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage zum Schöffengericht Rockenhausen erhoben, wegen gefährlicher Körperverletzung. Der 42-Jährige befindet sich noch in Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr. Er macht weiterhin von seinem Schweigerecht Gebrauch.

 

Das Schöffengericht Rockenhausen hat nunmehr über die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden.

 

Dr. Gehring

Leitender Oberstaatsanwalt