Wie funktioniert eine Gerichtsverhandlung? Welche Rolle spielt die Sprache des Rechts? Und wie werden Konflikte zwischen Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechten im Rechtsstaat gelöst? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Veranstaltung „Gericht live: Meinungsfreiheit vs. Persönlichkeitsrechte“, die nun im großen Sitzungssaal des Landgerichts Landau stattgefunden hat.
Schülerinnen und Schüler eines Deutsch-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 des Otto-Hahn-Gymnasiums Landau spielten vor Publikum eine zivilrechtliche Gerichtsverhandlung nach. Grundlage war ein realer Fall, der zuvor tatsächlich vom Landgericht entschieden worden war.
Die Schülerinnen und Schüler schlüpften dabei in die Rollen von Richterinnen und Richtern, Anwältinnen und Anwälten, Parteien sowie Zeuginnen und Zeugen. Verhandelt wurde der Fall einer Aktivistin, die auf Unterlassung in Anspruch genommen worden war, nachdem sie die Teilnahme des Sponsors eines Fußballvereins an einer Querdenker-Demonstration öffentlich kritisiert hatte.
Das gemeinsame Projekt der Landauer Justiz mit dem Deutsch-Leistungskurs verband juristische Fragestellungen mit sprachlicher Analyse. Im Unterricht wurden zuvor Besonderheiten juristischer Sprache untersucht und die unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten erarbeitet. Die anschließende Aufführung im Gerichtssaal machte deutlich, wie rechtliche Konflikte im demokratischen Rechtsstaat ausgetragen werden.
Die Veranstaltung stieß bei den teilnehmenden Schulklassen auf großes Interesse und zeigte eindrucksvoll, wie sich gesellschaftlich relevante Themen wie Meinungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit und Persönlichkeitsschutz praxisnah vermitteln lassen.



